Teilzeit: mehr als die halbe Miete netto?
Wer von 40 auf 20 Stunden wechselt, halbiert zunächst das Bruttogehhalt. Das Netto sinkt jedoch oft weniger stark – manchmal bleiben 55–65 % des Vollzeit-Nettos übrig, abhängig von Steuerklasse und Einkommen.
Grund: Lohnsteuer ist progressiv. Bei niedrigerem Brutto entfallen überproportional viele Euro in höheren Steuertarifen. So wirkt sich die Stundenreduktion netto milder aus als brutto.
Progressive Steuer und Sozialabgaben 2026
Die Einkommensteuer steigt mit dem zu versteuernden Einkommen (Grundtarif ab ca. 12.096 €, Spitzensteuersatz ab 69.878 €). Wer weniger verdient, zahlt rechnerisch einen geringeren Durchschnittssteuersatz.
Sozialversicherungsbeiträge (Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung) werden bis zur Beitragsbemessungsgrenze prozentual berechnet. In Teilzeit sinken die Arbeitnehmerbeiträge – der effektive Stundenlohn netto kann leicht steigen.
Zwei Vergleichsmodi im Rechner
Modus „proportional“: Das Teilzeit-Brutto entspricht dem Verhältnis der Stunden (z. B. 20/40 = 50 %). Modus „gleicher Stundenlohn“: Das Brutto wird aus dem Vollzeit-Stundenlohn × Teilzeitstunden berechnet – sinnvoll, wenn der Arbeitgeber den Stundenlohn beibehält.
Beide Modi verändern Brutto und damit Netto. Vergleichen Sie auch den Prozentsatz, den Sie vom Vollzeit-Netto behalten, und die monatliche Differenz in Euro.
Was der Rechner nicht abbildet
Individuelle Freibeträge, Werbungskosten, betriebliche Altersvorsorge, Zuschläge oder Minijob-Grenzen können das Ergebnis verschieben. Auch ALG-Anspruch, Rentenpunkte und betriebliche Zusatzleistungen ändern sich bei Teilzeit.
Nutzen Sie den Vergleich als Entscheidungshilfe vor dem Gespräch mit HR oder dem Arbeitgeber – nicht als verbindliche Lohnabrechnung.
Typische Szenarien
20-Stunden-Modell: Oft 55–60 % des Vollzeit-Nettos bei Steuerklasse I – genug für Familienplanung, wenn Fixkosten sinken oder ein Partner mitverdient.
32-Stunden-Modell: Nähert sich dem Vollzeit-Netto (ca. 75–85 %), behält aber mehr Freizeit. Steuerklasse III/V kann die Verteilung bei Paaren stark verändern – beide Partner separat rechnen.