Ausführlicher Ratgeber
Ratgeber & Hintergrund
Wie wird der Geburtstermin berechnet?
Der Geburtstermin-Rechner nutzt die Naegele-Regel: Ausgehend vom ersten Tag der letzten Periode werden 280 Tage (40 Schwangerschaftswochen) addiert. Abweichungen der Zykluslänge werden berücksichtigt.
Nur etwa 4 % der Babys werden exakt am errechneten Termin geboren. Etwa 80 % kommen innerhalb von ±14 Tagen. Der ET dient als Orientierung für Vorsorgeuntersuchungen, Mutterschutz und Elternzeitplanung.
Die Naegele-Regel im Detail
Franz Naegele entwickelte die Regel im 19. Jahrhundert: Erster Tag der letzten Periode plus ein Jahr, minus drei Monate, plus sieben Tage. Vereinfacht: plus 280 Tage ab dem ersten Tag der letzten Periode.
Bei abweichender Zykluslänge wird die Differenz zum 28-Tage-Standard korrigiert: Bei 32 Tagen Zykluslänge verschiebt sich der Termin um 4 Tage nach hinten.
Was bedeutet SSW?
SSW steht für Schwangerschaftswoche. Die Angabe „12+3“ bedeutet: 12 volle Wochen und 3 zusätzliche Tage seit dem ersten Tag der letzten Periode – also Tag 87 der Schwangerschaft.
Die Schwangerschaft wird medizinisch in Trimester eingeteilt: 1. Trimester (SSW 1–12), 2. Trimester (SSW 13–27), 3. Trimester (SSW 28–40).
Ultraschall und Terminverschiebung
Bei der Früherkennungsuntersuchung (11.–14. SSW) misst der Arzt die Scheitel-Steiß-Länge des Embryos und kann den Geburtstermin präziser bestimmen. Abweichungen von mehr als 7 Tagen werden korrigiert.
Der vom Arzt festgelegte Termin (ET laut Mutterpass) ist für Mutterschutzfristen, Elterngeld und Kündigungsschutz maßgeblich – nicht der selbst errechnete Wert.
Mutterschutz und Elternzeit planen
Der Mutterschutz beginnt sechs Wochen vor dem errechneten Geburtstermin und endet acht Wochen nach der Entbindung (12 Wochen bei Früh- oder Mehrlingsgeburt).
Elterngeld und Elternzeit können frühestens ab Geburt beantragt werden. Planen Sie rechtzeitig – Anträge bei der Elterngeldstelle sollten vor Beginn der Elternzeit gestellt werden.
Besonderheiten bei unregelmäßigem Zyklus
Bei unregelmäßigen Zyklen, fehlender oder sehr langer Periode ist die Naegele-Regel weniger zuverlässig. In diesen Fällen ist der Ultraschall-Termin besonders wichtig.
Bei künstlicher Befruchtung (IVF) wird der Termin ab dem Transferdatum berechnet – nicht ab der letzten Periode.